Cybermobbing – Gefahr im digitalen Zeitalter

Ende Juli berichteten wir bereits von Tellonym – der „Feedback-Plattform“ für Jugendliche. Uns war es sehr wichtig, dass Sie von diesem neuen Trend wissen, damit Sie auch in Zukunft besser auf Ihre Azubis einwirken können. Das Internet bringt nämlich mit all seinen Vorzügen auch diverse nicht ganz harmlose Nebeneffekte mit sich. Durch die Digitalisierung haben wir gleichzeitig neue Kommunikationswege erschlossen, die es uns erleichtern sollten den Empfänger unserer Nachricht zu erreichen. Grenzen verschwimmen mehr und mehr und machen es möglich, dass man immer und ständig erreichbar ist. Nutzerzahlen von WhatsApp, Instagram & Co. steigen und neue Anbieter und Apps überfluten den Markt. So sehr wir auch an die klassischen Kommunikationswege anknüpfen wollen (E-Mail – Brief, Sprachnachricht – Anruf usw.), das neue Medium verändert doch alles. So haben wir nun eine Barriere in Form von Handys, Smartphones, Laptops etc. vor uns, durch die wir mit anderen Personen kommunizieren. Stichwort: Anonymität! Sobald es jemand darauf anlegt, sich unerkannt im Internet mitzuteilen, wird er/sie es auch schaffen. Die Maske der Anonymität wird spielend leicht aufgesetzt und birgt viele Gefahren:

„Wir hassen dich! Das Stand eines Tages auf dem Profil des Sozialen Netzwerkes der 14-jährigen Sekundarschülerin Moira. Hochgeladen wurden auch rassistische Sprüche und manipulierte anstößige Fotos. Kurz darauf wurde eine Moira-Hass-gruppe gegründet. Durch Hetzsprüche riefen Anonyme dazu auf, bei den Internetangriffen mitzumachen. Nach Einschreiten der Behörden wird die Täterin bald ermittelt. Eine Klassenkameradin von Moira war geständig, zeigte aber, ebenso wie ihre Eltern, keine Reue.“ (Tobler, 2009)

„In einem Fall von Cybermobbing in der Schweiz wir eine Schülerin tagelang mit anonymen Anrufen und E-Mails terrorisiert. Männer bedrängen die 15-Jährige auf dem Heimweg. Aufgrund eines Hinweises findet sie online ein in ihrem Namen erstelltes Profil mit gefälschten intimen Fotos von sich, ihrer privaten Adresse und Mobiltelefonnummer sowie dreiste, eindeutige Texte. Eltern und Schule werden aktiv und ermitteln in ihrem Umfeld. Zwei Mitschüler und eine Mitschülerin gestehen die Tat und geben zu, dass sie sich an ihrer Mitschülerin wegen eines Streits rächen wollten.“ (Tobler, 2009)

Diese Vergehen werden als Cybermobbing bezeichnet. Erschreckende Fälle, die verdeutlichen, wie überaus gefährlich eine „Racheaktion“ im Internet ausgehen und eskalieren kann. Im Vergleich zum „herkömmlichen“ Mobbing sind diese Definitionen wichtig:

Mobbing ist das wiederholte Fertigmachen von Mitschülern unter anderem durch Auslachen, das Beleidigen oder Beschimpfen, das Verbreiten von Lügen, das Anrempeln, Herumstoßen oder Ausschließen. (vgl. Olweus, 2003)

Cybermobbing ist eine wiederholte, beabsichtigte Schädigung über das Internet oder Smartphone – beispielsweise durch Beleidigung, Verbreitung von Gerüchten oder Veröffentlichung peinlicher Fotos/Videos im Internet. (vgl. Pfetsch et. al, 2014)

Täter fühlen sich durch „Likes“ (die digitale Form der Zustimmung) bestätigt und zum Weitermachen angestachelt. Opfer trauen sich oftmals nicht, etwas zu unternehmen. Manche sprechen noch nicht einmal über die Taten mit Eltern oder anderen Vertrauenspersonen. Daher kommt den Beobachtern/Unbeteiligten eine enorm große Verantwortung zu. Denn die Zuschauer sind den Tätern oftmals zahlenmäßig überlegen. Somit werden sie zum Schlüssel, um Mobbing/Cybermobbing zu stoppen. Schauen Sie nicht weg, wenn Sie etwas bemerken und schulen Sie auch Ihre Azubis dahingehend.

Wie gehen Sie am besten dagegen vor? Was können Sie als Lehrperson und Ausbilder dagegen unternehmen? Was tun Sie, wenn sich ein Opfer Ihnen anvertraut? Prävention und Interventionsmaßnahmen stellen wir Ihnen nächste Woche im Blogbeitrag vor.

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