60 000 Berufsschullehrer gesucht

Man kommt derzeit nicht an den vielen Nachrichten bezüglich des Lehrermangels vorbei: In Deutschland fehlen tausende Lehrer in allen Schularten, in fast allen Bundesländern. Dies betrifft allerdings nicht nur Grundschulen, Realschulen, Hauptschulen & Co., sondern eben auch die Berufsschulen. Und somit wird es zum Thema für Ausbilder… Bis zum Jahr 2030, schreibt die FAZ im Oktober diesen Jahres, fehlen insgesamt 60.000 Berufsschullehrer in den Schulen. Somit wird das riesige Ausmaß, was intern schon seit längerer Zeit bekannt ist, durch eine Bertelsmann Studie mit offiziellen Zahlen bewusst.

Bis 2030 werden fast die Hälfte der aktuell etwa 125.000 Berufsschullehrer in Rente gehen. Professionell ausgebildete Neueinsteiger können diese riesige Lücke kaum füllen. Schon jetzt greift man auf Seiten- und Quereinsteiger zurück. Der Unterschied ist lediglich die pädagogische und nicht die fachliche Qualifikation. Insgesamt besuchen bundesweit etwa 2,5 Millionen Auszubildende Berufsschulen (Stand 2018). Alarmierende Zahlen zeigen ein großes Risiko für die deutsche Wirtschaft auf. Denn wenn Berufsschullehrer fehlen, wird dies auch große Schwächen im Bildungssystem und in der Ausbildung hervorrufen, was sich langfristig wiederum auf die gesamte Wirtschaft auswirken kann. Bis 2030 bliebe, laut Jörg Dräger dem Stiftungsvorstand von Bertelsmann, noch ein wenig Zeit, um sich heute mit gewinnbringenden Lösungsansätzen zu beschäftigen. Eine Möglichkeit wäre es, mehr Studienplätze für angehende Berufsschullehrer zu schaffen.

Der Bildungsforscher Klaus Klemm macht die Zahlen konkret: bis 2020 müssten jährlich 4.000 Lehrkräfte eingestellt werden, bis 2025 bräuchte man jährlich „nur“ 3.300 Lehrkräfte in den Dienst übernehmen und ab 2025 wächst der Bedarf innerhalb der darauffolgenden fünf Jahre auf 4.800 Kräfte pro Jahr an. So berechnete er die Zahl der benötigten 60.000 Lehrer. Wagt man nun einen Blick in die langfristige Zukunft, so sind die Aussichten nicht unbedingt beruhigend. Denn zwischen den Jahren 2031 und 2035 verzeichnet der jährliche Bedarf ein absolutes Maximum von 6.100 Kräften, die dringend in den Schulen gebraucht werden.

Die ernüchternde Realität zeigt allerdings, dass in den nächsten Jahren nur knapp 2.000 Nachwuchskräfte zur Verfügung stehen werden und vor allem die gewerblich-technischen Fachrichtungen arg ausgedünnt sind. Vor allem in diesen Bereichen bräuchten wir aber aufgrund des enormen Bedarfs dringend Nachwuchs.

Vor allem in den Regionen und den Stadtstaaten steigt die Zahl der Schüler an Berufsschulen stetig an (in der Region West sinken die Zahlen hingegen). Ebenfalls im Osten ist allerdings auch eine überdurchschnittlich hohe Ausstiegsrate zu erkennen. So wird der Spagat zwischen Angebot und Nachfrage immer gravierender.

Selbst wenn ab dem kommenden Jahr 2019 mehr Studienplätze ermöglicht werden, wäre es unserer Meinung nach eine gute Maßnahme, die Lehrerausbildung statt der momentan regulären 7 Jahre (fast so lang wie ein Medizin-Grundstudium) auf 3-4 Jahre zu reduzieren. Weitere sinnvolle Maßnahmen betrifft die Zufriedenheit, Motivation und Anreize des Berufs: Teilzeitkräfte durch Anreize zu mehr Stunden motivieren und den Beruf im Allgemeinen attraktiver machen, das wäre doch mal ein Plan 😉

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/lehrermangel-berufsschulen-brauchen-60-000-lehrer-bis-zum-jahr-2030-15862486.html

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