Prüfungsangst – Den Azubi richtig unterstützen

Wer kennt das nicht? Drei Jahre harte Ausbildung und dann steht schließlich die „große“ Abschlussprüfung an.

Die Prüfung soll schließlich einen positiven Einfluss auf das Abschlusszeugnis haben. Deshalb verursacht diese des Öfteren mal Panik und Nervosität. Natürlich betrifft das nicht alle Azubis. Einige sehen der Prüfung ganz gelassen entgegen.

Für die anderen möchten wir Ihnen ein paar Tipps mitgeben, wie Sie Ihre Azubis am besten vor der anstehenden Prüfung unterstützen und folglich Ihren Azubis die Prüfungsangst nehmen können.

Tipp 1: Bloß nicht verrückt machen lassen

Sicherlich ist die Prüfung ein wichtiges Kapitel in dem Leben als Azubi. Aber erklären Sie dem Azubi, dass das Leben auch weitergeht, wenn die Prüfung nicht erfolgreich verlaufen sollte. Stellen Sie klar, dass Sie und das Unternehmen den Azubi auch weiterhin unterstützen und nicht hängen lassen werden. Die Prüfung könnte ja nach einem halben Jahr wiederholt werden. Geben Sie Ihren Azubis damit Sicherheit und machen Sie diesen Mut.

Erklären Sie, dass schon andere durch so eine Prüfung gefallen sind. Manchmal hat man einen Blackout oder einfach einen schlechten Tag. Das kann jedem noch so guten Azubi passieren.

Wenn Sie selbst mal durch eine Prüfung gefallen sind (Führerschein, Fortbildungsprüfung), dann erzählen Sie ihm, was Sie daraus mitnehmen konnten und was Sie danach besser gemacht haben. Denn man lernt schließlich aus den Fehlern.

Tipp 2: Rechtzeitig mit dem Lernen beginnen

Der Azubi sollte nicht erst zwei Wochen vor dem Termin mit dem Lernen beginnen. Wir empfehlen, vier bis max. sechs Wochen vor der Prüfung anzufangen. Zudem könnten Sie Ihre Azubis mit zusätzlichen Lernmaterialien unterstützen, damit diese eine Routine in der Aufgabenerledigung und Sicherheit bekommen.

Tipp 3: Prüfungsvorbereitung im Unternehmen

Jedes Ausbildungsunternehmen sollte ebenso eine Prüfungsvorbereitung anbieten. Die IHKs bieten für die Ausbildungsberufe einwöchige Prüfungsvorbereitungskurse an. Suchen Sie den passenden Kurs für Ihre Azubis heraus und bieten Sie die Teilnahme an dem Kurs an. Oder Sie machen die Vorbereitungskurse zu einer Pflichtveranstaltung. In dieser Woche können vielen Fragen geklärt und Ängste genommen werden.

Intern haben Sie als Ausbilder auch Möglichkeiten, Ihre Azubis zu unterstützen. Simulieren Sie beispielsweise eine Prüfung mit alten Prüfungsaufgaben. Schaffen Sie reale Bedingungen wie einen großen Raum, wo jeder allein an einem Tisch sitzt. Es dürfen nur die Materialien verwendet werden, die auch in der Prüfung zulässig sind. Ganz wichtig ist die Zeiteinhaltung bei der Simulation. So bekommen die Azubis ein Gefühl für die Zeit, die Sie zur Verfügung haben.

Tipp 4: Alle Azubis können helfen

Ja, Sie haben richtig gelesen.

Die meisten Ausbildungen dauern drei Jahre und das erste Ausbildungsjahr ist immerhin schon zwei Jahre her. Der Lehrstoff aus der Berufsschule ist also weit weg.

Hier kommt das erste Lehrjahr ins Spiel. Nutzen Sie die frischen Kenntnisse und lassen Sie eine Präsentation oder ein Skript über die Inhalte aus dem ersten Berufsschuljahr ausarbeiten.

Das Gute an diesem Vorgehen ist, dass wirklich alle davon profitieren. Das erste Lehrjahr kann das Skript selbst später nutzen und lernt zu präsentieren (was in der mündlichen Prüfung oftmals gefordert wird) und das dritte Lehrjahr bekommt einen Auffrischungskurs der „alten“ Themen.

Auch hier empfehlen wir, einen Zeitraum von 4-6 Wochen vor der Prüfung anzusetzen.

Tipp 5: Erklären Sie, wie man lernt

Effektives lernen bedeutet nicht, jeden Tag 5 Stunden zu lernen. Das hält unser Gehirn nicht lange durch.

Erklären Sie Ihrem Azubi vorab, wie man effektiv sowie effizient lernt und was für eine Organisation notwendig ist, um das Lernen erfolgreich zu gestalten.

Zeigen Sie ihm/ sie Techniken (Pomodoro, 60-60-30, etc…), die beim Lernen helfen können. Erklären Sie, wie der Lernstoff gut eingeteilt werden kann und was beachtet werden sollte.

Wo sind dessen Stärken? Nicht jeder muss alles lernen. Der Azubi sollte sich auf das konzentrieren, was ihm/ ihr Probleme bereitet. Die Sachen, die er/ sie bereits gut kann, müssen nicht so intensiv gelernt werden. Das spart Zeit und nimmt dem Azubi etwas Druck.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen ein wenig Inspiration zur Unterstützung mitgeben.

 

Ihr AzubiScout Team

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