Azubi-Einsatzplanung

Das Erstellen eines betrieblichen Ausbildungsplans kann manchmal zu einer echten Belastung werden. Worauf muss ich achten? Was sind die Vorgaben? Welche Kriterien spielen eine Rolle? All das sind Fragen, die Sie anfangs sicherlich beschäftigen. Natürlich ist die Einsatzplanung von Ausbildungsberuf zu Ausbildungsberuf verschieden. Gleichermaßen spielt die Größe des Unternehmens eine tragende Rolle bei der Planung. Wir versuchen kurz und knapp die wichtigsten Punkte für Sie zu klären:

Grundlagen

Grundsätzlich muss Ihre Personaleinsatzplanung der Auszubildenden auf den Bestimmungen des jeweiligen Ausbildungsrahmenplans basieren. Diesen erhalten Sie bei Ihrer zuständigen Stelle (z. B. IHK). Im Ausbildungsrahmenplan finden Sie die nötigen Mindeststandards hinsichtlich der sachlichen und zeitlichen Gliederung der Ausbildungsinhalte. Die Inhalte gelten für alle Auszubildenden. Die angegebenen Lernziele sind im Rahmenplan meist auf drei Jahre verteilt.

Der nächste Schritt ist der betriebliche Ausbildungsplan. Hier müssen nun Probezeit, Berufsschulunterricht, Urlaub, Prüfungen usw. (alle betrieblichen Gegebenheiten) berücksichtigt werden. Darüber hinaus ist es wichtig, dass zusätzliche Lernziele und betriebliche Maßnahmen (z.B. Schulungen) oder außer-/überbetriebliche Lernorte bedacht werden.

Der individuelle Ausbildungsplan (auch: sachliche und zeitliche Gliederung) kann, muss aber nicht, von dem betrieblichen Ausbildungsplan abweichen. Die Gliederung ist individuell auf den jeweiligen Azubi zugeschnitten und zeigt zum Beispiel eine Verkürzung oder Verlängerung der Ausbildung auf. Achtung: Verkürzung bedeutet nicht, dass weniger Ausbildungsinhalte vermittelt werden dürfen! Falls Ihre Auszubildenden in unterschiedlichen Berufsschulklassen sind, werden sich die Berufsschulblöcke vielleicht auch unterscheiden.

Im Ausbildungsplan, der auf den Azubi zugeschnittenen sein sollte, muss vermerkt werden: wer ist wie lange und wann für den Auszubildenden zuständig.

Unterschied zwischen sachlicher- und zeitlicher Einsatzplanung

  • Sachliche Gliederung
  • • Enthält alle auszubildenden Fertigkeiten und Kenntnisse
  • • Probezeit ist sinnvoll gestaltet: Eignung und Neigung kann festgestellt werden
  • • Fertigkeiten und Kenntnisse werden in Ausbildungsinhalten in bestimmten Fachabteilungen vermittelt
  • • Inhalte müssen auf die Anforderungen in der Zwischen- und Abschlussprüfung abzielen
  • • Ausbildungseinheiten sollten so vermittelt werden, dass zunächst eine breite Grundlage und danach eine Vertiefung geschaffen wird
  • • Prüfungsrelevante Fähigkeiten, die nicht im Betrieb beigebracht werden können, müssen außer- oder überbetrieblich vermittelt werden
  • • Abschnitte dürfen bei besonderen Leistungen gekürzt, aber bei Schwächen darf die Ausbildungszeit auch verlängert werden
  • Zeitliche Gliederung
  • • Sollte nach sachlogischen und pädagogisch sinnvollen Kriterien aufgebaut sein
  • • Zeitliche Richterwerte dürfen nach betrieblichen Gegebenheiten flexibel geregelt werden
  • • Einsatz in Ausbildungsabschnitten (höchstens 6 Monate in einem Abschnitt)
  • • Abschnitte können in Wochen oder Monaten angegeben werden
  • • Der Urlaub muss in der zeitlichen Gliederung berücksichtigt werden
  • • Dauer der Ausbildungsabschnitte und zeitliche Folge können individuell variiert werden (ohne das Gesamtziel zu beeinträchtigen)
  • • Abschnitte dürfen bei besonderen Leistungen gekürzt, aber bei Schwächen darf die Ausbildungszeit auch verlängert werden

Ausnahmefälle

Im personellen Ausnahmefall kann vom Ausbildungsrahmenplan abgewichen werden. Wenn der Auszubildende zum Beispiel bereits eine Grundausbildung vorzuweisen hat, dann kann gemäß der Berufsgrundbildungsjahr-Anrechnungsverordnung die Ausbildungszeit verrechnet werden.

Falls betriebliche Gegebenheiten es nicht zulassen, dass die vorgegebenen Lernziele aus dem Ausbildungsrahmenplan bearbeitet werden, so müssen Sie sich beispielsweise um Schulungsmaßnahmen oder außerbetriebliche Maßnahmen informieren. Die Inhalte sind prüfungsrelevant und müssen daher auf jeden Fall abgedeckt werden.

Aus diesem Grund sind Abweichungen auch nur in der sachlich-zeitlichen Reihenfolge möglich. Die Inhalte selbst dürfen nicht vernachlässigt oder abgeändert werden.

Nächste Woche werden wir Ihnen hier im Ausbilder-Blog eine kurze Checkliste für die Azubi-Einsatzplanung präsentieren. Wir hoffen, dass Ihnen bereits diese Einführung einige Fragen beantworten und/oder vorhandenes Wissen aufgefrischt werden konnte.

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