Feedforward statt Feedback: Den Fokus auf Stärken legen
In der modernen Arbeitswelt gewinnt die Methode des Feedforward gegenüber traditionellem Feedback zunehmend an Bedeutung, besonders in der Ausbildung und Entwicklung junger Talente. Während Feedback sich oft darauf konzentriert, was in der Vergangenheit falsch gelaufen ist, richtet Feedforward den Blick nach vorne und fokussiert sich darauf, wie zukünftige Leistungen verbessert werden können. Dieser Ansatz ist besonders wertvoll, um die Stärken der Auszubildenden zu stärken und den sogenannten Negativity Bias zu vermeiden.
Fokussierung auf Stärken
Im Gegensatz zu Feedbackmethoden, die oft Schwächen und Fehler hervorheben („Das haben Sie gut gemacht, aber …“), zielt Feedforward darauf ab, die vorhandenen Stärken Ihrer Auszubildenden zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Dies fördert nicht nur das Selbstvertrauen der Lernenden, sondern motiviert sie auch, ihre Fähigkeiten und Talente weiter auszubauen. Indem Sie also die positiven Aspekte betonen und konkrete Vorschläge für ihre Anwendung in zukünftigen Projekten oder Aufgaben machen, schaffen Sie für Ihre Auszubildenden eine Lernumgebung, die von Optimismus und zukunftsgerichtetem Denken geprägt ist.
Überwindung des Negativity Bias
Der Negativity Bias beschreibt die Tendenz, negative Ereignisse stärker zu gewichten als positive und negatives Feedback eher im Gedächtnis zu behalten, als positives. Dies kann in traditionellen Feedback-Situationen dazu führen, dass Ihre Auszubildenden sich ausschließlich auf ihre Fehler konzentrieren, anstatt aus ihren Erfolgen zu lernen. Feedforward hingegen reduziert diese Verzerrung, indem es positive Zukunftsaussichten und Verbesserungsmöglichkeiten hervorhebt. Statt zu kritisieren, werden konstruktive Vorschläge gemacht, die helfen, die Leistung zu steigern, ohne das Selbstwertgefühl zu schmälern.
Einsatz in Feedbackgesprächen mit Auszubildenden
In der Praxis können Sie Feedforward in Gesprächen mit Auszubildenden unter anderem folgendermaßen einsetzen:
- Zukunftsorientierte Fragen stellen: Statt zu fragen, warum ein Fehler passiert ist, fragen Sie, wie ähnliche Herausforderungen in Zukunft besser bewältigt werden können. Beispiel: “Wie könnten Sie diese Aufgabe das nächste Mal noch effizienter lösen?”
- Konkrete Vorschläge anbieten: Bieten Sie spezifische Ideen und Strategien an, die den Auszubildenden helfen können, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Beispiel: “Beim nächsten Projekt könnten Sie versuchen, Ihre Präsentationsfähigkeiten einzusetzen, um Ihre Ideen noch überzeugender zu präsentieren.”
- Erfolge anerkennen und darauf aufbauen: Erkennen Sie, was gut gelaufen ist, und überlegen Sie gemeinsam, wie diese Erfolge als Grundlage für zukünftige Aufgaben dienen können. Beispiel: “Ihre Analyse war sehr gründlich. Wie könnten Sie diesen Ansatz nutzen, um auch bei Ihrem nächsten Projekt ähnliche Erfolge zu erzielen?”
Feedforward kann eine tolle neue Methode für Ihren Ausbildungsalltag und die Entwicklung Ihrer Auszubildenden sein. Denn: Indem Sie den Fokus auf zukünftiges Wachstum und Stärkung der Stärken legen, schaffen Sie es, nicht nur die Problemstellen anzugehen, sondern es entsteht eine dynamische und positive Lernkultur. Dieser Ansatz fördert nicht nur die individuelle Entwicklung, sondern trägt auch zu einem motivierenden und unterstützenden Ausbildungsumfeld bei.



