Gespräche führen – aber bitte modern!

„Was haben Sie sich dabei gedacht?“ 

„Wieso sind Sie schon wieder zu spät gekommen?“ 

„So wird es gemacht und nicht anders …” 

Viele kennen diese Formulierungen noch aus der eigenen Ausbildung. Damals war der Ton in vielen Unternehmen rauer, autoritärer – und wir haben ihn akzeptiert. In den 80er-, 90er- und auch noch in den 2000er-Jahren war das in vielen Betrieben üblich. 

Warum der alte Führungsstil heute nicht mehr funktioniert 

Heute kommen Sie mit diesem Kommunikationsstil nicht mehr weit, besonders nicht bei der jungen Generation. Die Arbeitswelt hat sich verändert. Werte wie Augenhöhe, Wertschätzung und Transparenz spielen eine zentrale Rolle. 

Die Gesprächsführung hat sich verändert. Den autoritären Führungsstil können wir begraben. Vielmehr geht es um Verständnis und Einfühlungsvermögen gegenüber dem Gesprächspartner.

Wir müssen versuchen unserem Gegenüber mit in das Gespräch zu holen durch eine Darstellung der eigenen Wahrnehmung und durch geschickte Fragen. Das Zauberwort lautet „ICH-Botschaften“. Attackieren Sie also nicht mehr den Gesprächspartner mit irgendwelchen pauschalen Vorwürfen, sondern teilen Sie mit, wie Sie die Situation sehen und geben Sie ihm/ihr die Möglichkeit, eine andere Sichtweise zuzulassen und darzustellen. Oftmals klärt sich dann eine Situation auf, indem vielleicht ein Hintergrund auftaucht, den Sie noch gar nicht kennen und ungeahnte Probleme gelöst werden müssen, um das Gespräch zu einem guten Abschluss zu bringen.

Beide Gesprächsparteien sollten an einer „gemeinsamen“ Lösung arbeiten. Das macht dann auch beiden Parteien viel mehr Spaß, trotz eines vielleicht kritischen Hintergrunds. Am Ende findet sich meistens ein Ergebnis, mit dem alle zufrieden sind. Fassen Sie nochmal alles zusammen und finden Sie einen positiven Gesprächsabschluss und vereinbaren ggf. noch einen Folgetermin, wenn nötig. 

Kritische Gespräche richtig vorbereiten 

Ein wichtiger Hinweis: 

Gehen Sie niemals emotional in ein Gespräch, d.h. rufen Sie den Azubi nicht sofort ins Büro zum „Rapport“. Das ist dem Azubi gegenüber nicht fair. Geben Sie ihm/ihr die Möglichkeit einer Gesprächsvorbereitung. Der Azubi wird es Ihnen danken. Sie müssen sich immer die Frage stellen, wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie zu einem Gespräch erscheinen sollen und Sie wissen nicht, worum es dabei geht. Kein gutes Gefühl, oder?   

Wertschätzung beginnt bei der Vorbereitung. 

5 Tipps für erfolgreiche Gespräche mit Azubis 

1) Dem Azubi zum Gespräch bitten und ihm vorab das Thema mitteilen 

2) Formulieren Sie „ICH-Botschaften“ 

3) Gehen Sie neutral in ein Gespräch rein, unabhängig vom Thema und auch von der Person 

4) Arbeiten Sie „gemeinsam“ Lösungen heraus 

5) Beenden Sie das Gespräch positiv und terminieren Sie ein Folgegespräch bei Bedarf 

Fazit: Kommunikation auf Augenhöhe gewinnt 

Moderne Gesprächsführung bedeutet nicht, Konflikte zu vermeiden, sondern sie professionell, respektvoll und lösungsorientiert zu führen. Wer auf Augenhöhe kommuniziert, stärkt Vertrauen, Motivation und Zusammenarbeit im Unternehmen. 

Viel Erfolg bei Ihren nächsten Gesprächen 😊