Das leidige Thema: „Handynutzung“ und wie Sie es vermeiden

Immer wieder ist die Handynutzung eines der Hauptstreitigkeitspunkte zwischen Ausbilder und Auszubildenden. Jugendliche sind mit dem Smartphone groß geworden. Daher sind sie es schlichtweg gewöhnt, dass man immer erreichbar ist. Sie setzen sich teilweise selbst unter Druck, da die Antwort der geschriebenen Textnachricht oder der eingesprochenen Voice-Mail nicht lange auf sich warten lassen darf. Die heutige „Austausch-Hektik“ und der andauernde „Kommunikations-Drang“ erschweren es unseren Azubis, ihre private Handynutzung an die Arbeitswelt anzupassen. Für die meisten Jugendlichen ist der Klang der einkommenden Nachricht mittlerweile ein Konditionierungsgeräusch, welches es verlangt, direkt auf das Smartphone zu schauen.

Nun kommen die Ausbilder ins Spiel. Die genannten Gründe und die beschriebene Situation erschweren es uns, den Jugendlichen einen angepassten und vernünftigen Umgang während der Arbeitszeit vorzuschreiben. Ein verändertes Verhalten muss immer vom erworbenen Verständnis des Betroffenen ausgehen, denn ohne die Zustimmung (der berühmte „Klick“ im Kopf), wird das Problem immer zum Kampf gegen Mühlen. Daher der erste Tipp: besprechen Sie das Handy- und Internetverbot ausführlich – am besten auf Augenhöhe. Machen Sie klar, wieso es Ihnen respektive der Firma so wichtig ist. Was steckt dahinter? Wenn die Azubis begreifen, dass es keine persönliche Schikane Ihrerseits ist sondern, dass gewisse Firmenrichtlinien mit wohl durchdachten Begründungen dahinterstecken, ist die erste Hürde gemeistert.

Ein weiterer Tipp: klare Regeln. Umgehen Sie ständige Diskussionen und die Antwort „es kommt darauf an“. Machen Sie sich durch unklare Aussagen nicht unglaubwürdig. Vermeiden Sie ungerechte Behandlungen: Azubis müssen die Smartphones wegschließen, aber normalen Angestellten ist der Umgang erlaubt… Solange der Azubi sich ungerecht behandelt fühlt, wird er die Notwendigkeit einer Regel nicht verstehen – verständlicherweise! Stellen Sie also Handy-, Telefon und Internetregeln des Unternehmens den Auszubildenden ab Tag 1 im Unternehmen vor und begründen Sie Ihre bzw. die Firmenentscheidung dahingehend. Überlegen Sie sich zusätzlich Beispiele für die Einführung der Regeln: so bleibt die Tragweite und Begründung besser hängen.

Regeln für die Smartphone-Nutzung könnten zum Beispiel sein:

Nummer 1: Private Nutzung (Telefonate, WhatsApp etc.) des Smartphones ist während der Arbeitszeit untersagt. (Wichtige Notfälle sind anzukündigen oder sofort zu melden.)

Nummer 2: In bestimmten Situationen (z.B. bei Kundengesprächen) oder auf Anweisung ist das Handy komplett auszuschalten.

Nummer 3: Das Handy wird grundsätzlich stumm geschaltet. (Weiterer Tipp: Sie können Ihren Azubis das Einschalten des Flugzeugmodus vorschreiben: das Internet wird damit automatisch ausgeschaltet und Nachrichten gehen nicht ein.)

Nummer 4: Die Foto- und Videofunktion ist auf dem gesamten Betriebsgelände untersagt. Für jede Ausnahme muss vorher eine schriftliche Sondererlaubnis eingeholt werden.

Nummer 5: Bei Missachtung dieser Regeln folgt eine disziplinarische Maßnahme.

Regeln für die Internet-Nutzung:

Nummer 1: Die private Internetnutzung ist auf dem Smartphone lediglich in der Pause erlaubt.

Nummer 2: Für Recherche-Zwecke ist das Internet auf dem Computer erlaubt.

Nummer 3: Downloads sind nicht gestattet. (Finden Sie eine für das Unternehmen passende Lösung.)

Nummer 4: Der Besuch von gewaltverherrlichenden, extremistischen oder pornografischen Seiten ist ausdrücklich untersagt.

Nummer 5: Bei Missachtung dieser Regeln folgt eine disziplinarische Maßnahme.

Die oben genannten Regeln sind zugegebenermaßen sehr strikt. Selbstverständlich ist es auch denkbar, dass Sie WhatsApp oder private Internetnutzung auf Handy oder Computer erlauben, solange es die Arbeit nicht einschränkt. Wichtig ist nur, dass Sie in jedem Falle klare Regeln aufstellen, an die sich jeder gleichermaßen halten kann. Denn auch an dieser Stelle gilt, dass Sie sich die Wertschätzung und Anerkennung Ihrer Azubis durch offene Kommunikation, Transparenz und Konsequenz (nicht nur negativ gemeint!) verdienen müssen.

 

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