Wie Sie reagieren sollten, wenn Azubis frech werden

Es ist toll, wenn Sie mit Ihrem Azubi ein entspanntes und vertrauensvolles Verhältnis haben. Wenn beide Parteien wissen, dass es zum Berufsalltag dazugehört, sich ab und an zu necken, trägt das zur angenehmen Atmosphäre am Arbeitsplatz bei. Eine ironische Anmerkung hier, ein nicht ganz ernstgemeinter Kommentar dort – kein Problem, so lange der Respekt auf beiden Seiten vorhanden ist. Wirklich bedenklich wird es allerdings, wenn Ihnen eine freche Bemerkung entgegnet wird, wenn Sie mit dem Azubi eigentlich ernsthaft sprechen wollten. Sie stellen ihn oder sie beispielsweise zur Rede, dass das Berichtsheft zum wiederholten Male unpünktlich abgegeben wurde und die Antwort darauf ist: „Du (oder Sie) hängst (hängen) den Dienstplan ja auch immer erst auf, wenn es zu spät ist.“ Dieser Kommentar ist keinesfalls akzeptabel und sollte auch nicht „weg-ignoriert“ werden.

Gehen Sie es an: direkt ansprechen und nicht erst gären lassen! (Siehe Tipp 1) Zusätzlich sollten Sie die Äußerungen Ihres Azubis in bestimmten Situationen weiterhin beobachten. Natürlich kann es sein, dass er/sie sich einmalig unüberlegt im Ton vergriffen hat. Sie werden in naher Zukunft sehr schnell herausfinden, ob dies nur ein „kleiner Ausrutscher“ war, oder ob unhöfliche Bemerkungen zur Normalität werden. Unter diesen Umständen müssen Sie ein ernsthaftes Gespräch, indem die Ausmaße und Konsequenzen bewusst werden, mit dem Auszubildenden führen.

Was Sie am besten beachten sollten:

Tipp 1: Wenn Sie kleinere Bemerkungen zunächst ignorieren, laufen Sie Gefahr, dass sich die Qualität und Quantität solcher Ereignisse häufen. Also: sprechen Sie es an! Zeigen Sie dem Auszubildenden direkt (wenn die Umstände es zulassen), dass Sie mit der Bemerkung nicht einverstanden sind. Um den Auszubildenden vor einer größeren Gruppe nicht bloßzustellen, können Sie die Unterredung auch zeitnah zum Vorfall unter vier Augen führen. Der Azubi muss wissen, dass er sich im Ton vergriffen hat.

Tipp 2: Lassen Sie sich nicht zu Rechtfertigungen verleiten. Erläuterungen und Erklärungen sollen erlaubt sein – das ist ja schließlich auch Ihre Aufgabe als Ausbilder – aber vermeiden Sie es, sich in Diskussionen verwickeln zu lassen. Um respektiert zu werden, bedarf es einer gewissen Standhaftigkeit. Diese wiederrum basiert auf klaren Strukturen und dem Einhalten von Stellungnahmen.

Tipp 3: Zügeln Sie Ihre Emotionen! Reagieren Sie nicht emotional auf freche oder herabwürdigende Bemerkungen! Es ist vollkommen legitim, wenn Sie sich eine Sekunde Zeit lassen bevor Sie antworten, wenn dieser Moment dazu beiträgt, dass Ihre Reaktion nicht von Emotionen geprägt ist. Falls die gesamte Situation überfordernd sein sollte, machen Sie dem Azubi klar, dass Sie später am Tag nochmals auf ihn zukommen, um über die Bemerkung zu sprechen. So verhindern Sie, dass der Auszubildende Sie sprach- oder fassungslos erlebt.

Wir hoffen natürlich, dass Sie diese Tipps niemals brauchen werden. Die Realität zeigt aber leider, dass solche Situationen mittlerweile zum Ausbildungsalltag gehören und man daher darauf vorbereitet sein sollte. Nichtsdestotrotz wünschen wir Ihnen, dass Ihre Beziehung zum Azubi einen kleinen (vielleicht auch frechen) Spaß aushält, aber beide wissen, wo die Grenze zu ziehen sind.

 

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