Welche Lehrmethoden gibt es und wie kann ich sie einsetzen?

Übersicht Lehrmethoden

„Stärke ist, das Gewöhnliche auf ungewöhnliche Weise zu tun!“ (B.T. Washington)

Als erfahrener Ausbilder/in sind Sie selbstverständlich damit vertraut, dass der praktische Teil der Ausbildung bei Ihnen im Unternehmen stattfindet. Die Praxis ist also geprägt von vorneherein geplanten Inhalten bzw. vom Ausbildungsrahmenplan geleitet. Doch nun kommen weitere Fragen auf: „Wie?“, „Wie vermittele ich meinen Auszubildenden den Inhalt am gewinnbringendsten?“ oder „Gibt es mehrere Methoden, die ich unterschiedlich einsetzen kann?“

Die Antwort lautet: ja, es gibt zahlreiche Lehrmethoden, die Sie effektiv zur Wissensvermittlung einsetzen können. Es lohnt sich über ein gewisses Repertoire zu verfügen, um sich der Situation entsprechend den jeweiligen Bausteinen bedienen zu können.

Grundsätzlich gibt es drei Arten von Ausbildungsmethoden: darbietende (z. B. Kurzvortrag, Präsentation etc.), dialogische (z. B. Rollenspiel, Lehrgespräch etc.) und erarbeitende (z.B. Leittextmethode, Planspiel etc.). Bei der Auswahl und Einsatz müssen Sie als Ausbilder, um die gesetzten Ziele zu erreichen, auf mehrere Kriterien Rücksicht nehmen: Lernzielvorgabe, Leistungsstand, Anzahl der Auszubildenden, Räumlichkeiten, Ausbildungsmittel, Zeitvorgabe, Handlungsorientierung und natürlich auch auf Ihre persönliche Rolle während der Methode.

Um Ihnen einen ersten Überblick zu verschaffen, werden wir im Folgenden drei der bekanntesten Methoden auflisten und kurz beschreiben.

Kurzvorträge/ Präsentation

Bei dieser Methode sprechen Sie vordergründig den kognitiven Lernbereich Ihrer Auszubildenden an, die währenddessen eine eher passive Funktion einnehmen. Die Aktivität geht überwiegend vom Ausbilder aus.

Effektiv wenn, … Sie in kürzester Zeit ein neues Themengebiet vorstellen möchten.

Sie sollten darauf achten, dass Sie von rhetorischen Hilfsmitteln Gebrauch machen (Mimik, Gestik, Blickkontakt, Stimmlage, etc.) und das Gesagte bestmöglich visualisieren.

Lehrgespräch

Das Lehrgespräch oder die „fragend-entwickelnde Methode“ dient zur aktiven Beteiligung der Auszubildenden in einem Gespräch, welches Wissensstandermittlung und Erkenntnisentwicklung zu gleich sein kann.

Effektiv wenn, … Sie Ihre Azubis zum selbstständigen Denken anregen und den aktuellen Wissenstand vertiefen und ergänzen möchten.

Sie sollten darauf achten, dass Ihre offenen Fragen zielorientiert Denk- und Erkenntnisprozesse anregen und klar formuliert sind: keine Kettenfragen oder Selbstbeantwortung!

Vier-Stufen-Methode

Diese Methode beschreibt die Unterweisung direkt am Arbeitsplatz. Hier werden durch das Einüben von Abläufen und Prozessen die Fertigkeiten/ Techniken erlernt (psychosomatischer Lernbereich). Die „Vier-Stufen“ beziehen sich auf die abwechselnden Handlungen von Azubi und Ausbilder in vier Schritten: vorbereiten, vormachen, nachmachen und üben.

Effektiv wenn, … aufeinander abgestimmte Lernschritte verinnerlicht und später selbstständig vom Auszubildenden  durchgeführt werden sollen.

Sie sollten darauf achten, dass Sie dem Auszubildenden den großen Zusammenhang des Gezeigten darlegen und den Schritt des Nachmachens und Übens nicht vernachlässigen.

 

Zum Schluss…

Sie merken, dass es durchaus abwechslungsreiche Verfahrensweisen gibt, die zu unterschiedlichen Zielen führen und verschiedenen Interessen dienen. Es ist die Kunst die effektivste Methode anhand der oben genannten Kriterien auszuwählen und den Auszubildenden schmackhaft zu machen. Doch mit ein wenig Übung werden Sie auch diese Herausforderung meistern.

 

Sie möchten gerne mehr darüber wissen? Schreiben Sie uns – wir veröffentlichen gerne einzelne Beiträge zu den einzelnen Lehrmethoden um diese genauer vorzustellen. Oder ist für Sie eher die Auswahl der passenden Methode interessant? Auch dazu verraten wir Ihnen gerne mehr. Hier können Sie uns eine Nachricht zu kommen lassen.

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