Teil 2: Weitere Top-Ten-Tipps für Ihre Arbeit als Ausbilder…

Unsere Liste mit 10 Tipps, Anregungen und Ideen vom Ausbildungsleiterkongress kam gut bei Ihnen an, das freut uns. Wir setzen dies wie gewünscht gerne fort, heute finden Sie nochmals 10 Punkte, bestimmt wird der ein oder andere Impuls für Ihren Ausbildungsbereich dabei sein.

  1. Eines der am häufigsten gehörten Probleme in Seminaren: Meine Azubis haben ständig ihr Handy in der Hand, auch während der Arbeitszeit, was kann ich da machen? Beziehen Sie Ihre Azubis in die Problemlösung mit ein: „Wenn Mitarbeiter im Durchschnitt täglich eine Stunde während der Arbeitszeit mit dem Handy beschäftigt sind kostet das den Betrieb X Euro. Das können wir uns nicht leisten. Habt ihr eine Idee was wir da machen können?“ Die Azubis werden in den meisten Fällen von selbst auf eine Lösung kommen…
  2. Ein weiterer Punkt zum Thema Smartphone: Ein reines Handyverbot ist auch eine Möglichkeit wenn die Problematik überhand nimmt, bedenken Sie aber dass dies bei vielen Azubis die Motivation hemmt und als starker Eingriff empfunden wird. Daher sollte dies erst der letzte Schritt sein. Bei all dem gilt: Sie als Ausbilder und alle Mitarbeiter sind Vorbilder für die Azubis. Wie sieht es bei Ihnen mit Ihrem Smartphone-Verhalten aus?
  3. Wonach wählen Azubis ihren Ausbildungsbetrieb? Über 60 % wählen ihren Betrieb nach der Betreuung aus. Hierzu zählt: Stimmt die Chemie zwischen dem Azubi und dem zuständigen Ausbilder, wie (intensiv) erfolgt die Betreuung, wer ist sonst noch für die Betreuung zuständig? Achten Sie auf diese Punkte um gute Azubis für sich zu gewinnen.
  4. Sicher ist Ihnen bewusst, wie wichtig Ausbildungsnachweise sind. Allerdings nicht nur für den Azubi, sondern unter Umständen auch für Sie als Ausbildungsbetrieb. Wenn es zum Beispiel darum geht, nachzuweisen ob alle Ausbildungsinhalte ordnungsgemäß vermittelt wurden (Schadensersatzklage) müssen Sie die Ausbildungsnachweise als Beweis vorlegen können. Was ist aber, wenn diese immer beim Azubi zu Hause gelagert werden und „plötzlich“ nicht mehr auffindbar sind? Daher unser Tipp: Bewahren Sie die Nachweise immer im Betrieb auf oder machen Sie regelmäßig Scans / Kopien.
  5. Mittlerweile gibt es immer mehr junge Mütter und Väter die eine Ausbildung machen wollen aber durch die Betreuung Ihres Kindes scheinbar nicht die Möglichkeit dazu haben. Für diese Fälle gibt es die Teilzeitausbildung. Hier darf die Ausbildungszeit um bis zu 20 % gekürzt werden, Sie können also vereinbaren dass die Mutter / der Vater nur von 8 – 15 Uhr arbeitet, um danach pünktlich vor KiTa-Schluss ihr Kind abholen zu können, oder alternativ dass nur von Montag – Donnerstag gearbeitet wird, der Freitag aber ganz dem Kind gehört. Dabei wird die Berufsschule weiterhin ganz normal besucht.
  6. Bringen Sie Ihren Azubi-Betreuer / Ausbildungsbeauftragten Wertschätzung entgegen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Ernennungsurkunde zum Start? Auch sehr hilfreich, besonders in der Anfangszeit: Eine Info-Mappe für Ausbildungsbeauftragte, in der sie nochmals alles Wichtige nachlesen können (ähnlich unserer mittlerweile schon bekannten Azubi-Start-Mappe)
  7. Eine gute Frage fürs nächste Vorstellungsgespräch: Macht es Ihnen Freude XY zu sein? (z. B. flexibel). Auf die Frage „Sind Sie flexibel?“ antworten die meisten mit dem voraussichtlich erwünschten „Ja!“, über die Umformulierung bringen Sie Emotionen mit ein und erhalten eher eine ehrliche Antwort. Eventuell können Sie danach nochmals nachfragen: In welchen 1-2 Situationen hatten Sie Freude daran flexibel zu sein? Oder: Wann ist es Ihnen wichtig, flexibel zu sein?
  8. Wussten Sie, dass sich über 50 % der Ausbildungsbeauftragten mehr Austausch mit anderen Ausbildungsbeauftragten wünschen? Geben Sie Ihnen die Möglichkeit: bei großen Betrieben zum Beispiel über ein internes Ausbilder-Treffen, in kleineren und mittelständischen Unternehmen über externe Ausbilder-Netzwerktreffen, z. B. regionale von der IHK oder anderen Anbietern (Anmerkung: gibt es in der Region Südwestfalen regelmäßig von AzubiScout – bei Interesse einfach melden). Oder besuchen Sie ein Ausbilder-Forum oder einen Ausbilder-Kongress, dies ist allerdings dann meist kostenpflichtig.
  9. Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, wen Ihr Azubi im Krankheitsfall anrufen muss? Ist das bei Ihnen klar geregelt? Oder könnte er sich wahlweise beim Abteilungsleiter, Ausbildungsbeauftragten, Ausbilder, Ausbildungsleitung oder der Personalabteilung melden? Keine Regelung zu haben (oder ein unklare) führt hier nur zur Verwirrung, legen Sie dies am Besten eindeutig fest.
  10. Schwarmintelligenz nutzen: Sie haben ein Problem im Ausbildungsbereich für das Sie noch keine Lösung gefunden haben? Fragen Sie doch mal Ihre Azubis im nächsten Azubi-Meeting. Stellen Sie Ihnen das Problem vor und fragen Sie nach Lösungsmöglichkeiten – und dann lehnen Sie sich entspannt zurück und beobachten Sie was passiert…

 

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