Stress weg atmen: geht das wirklich?

Gerade in der Zeit vor Weihnachten hört man kaum etwas anderes: Stress, Hektik, wenig Zeit – dabei sollte doch eigentlich genau das Gegenteil der Fall sein: „Alte und Junge sollen nun von der Jagd des Lebens einmal ruhn“, wie es Theodor Storm in seinem Gedicht so schön ausgedrückt hat. Sie als Ausbilder können dabei mit gutem Beispiel vorangehen – bringen Sie Ruhe in die letzten Arbeitstage vor Weihnachten, und stecken Sie Ihre Azubis damit an! Unsere Atemübungen gegen Stress helfen Ihnen dabei…

Entscheidend für unser persönliches Wohlbefinden ist, dass wir die Kontrolle über unser Leben behalten. Stress entsteht im Kopf. Und genau dort muss man ansetzen. Oft sind es schon kleine Veränderungen im Alltag, die eine große Wirkung zeigen: zum Beispiel das richtige Atmen. Wer Stress hat, sollte erst einmal tief Luft holen. Wer vor Wut kocht, erstmal Dampf ablassen. Wo der Volksmund Recht hat, hat er Recht, denn die Atmung beeinflusst ganz wesentlich unser Wohlbefinden.

Die meisten Menschen jedoch atmen zu hastig und zu flach. Dabei schaufeln Sie nur verbrauchte Luft hin und her. Richtig atmen liefert 9/10 unseres Sauerstoffbedarfs. Bekommt unser Körper zu wenig, wird das Gehirn schlecht durchblutet, was nicht nur dem Zellstoffwechsel schlecht bekommt, sondern auch unsere Konzentrationsfähigkeit gegen null sinken lässt. Das Problem: die meisten Menschen atmen unbewusst, im Ruhezustand bis zu 15x pro Minute. Machen wir es richtig, nehmen wir mit jedem Atemzug rund 500 ml Luft auf. Doch das schafft nur, wer durch den Bauch atmet.

Bei Stress und Hektik neigen wir jedoch zur sogenannten Brust- oder Schulteratmung. Dabei bewegt sich nur der Oberkörper. Schultern oder Brustkorb heben und senken sich leicht, der Bauch wölbt sich nach innen. Ganz fatal, denn auf Dauer führt das zwangsläufig zu Kurzatmigkeit, zu Beklemmungsgefühlen und einer schlechten Haltung. Viel gesünder ist da die Bauchatmung. Übrigens atmen wir so im Schlaf. Da die Lunge gerade im unteren Drittel gut durchblutet ist, nimmt sie dabei viel Sauerstoff auf. Beim Ausatmen entspannt man automatisch. Die Stimmung verbessert sich, ebenso die Denkleistung. Probieren Sie es doch gleich mal aus! Mit dieser Übung können Sie Stress genauso weg atmen wie Frust und Wut: setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin und halten Sie die Schultern gerade. Legen Sie Ihre Hand auf den Bauch und versuchen Sie nur durch die Nase zu atmen, ohne dass sich dabei der Brustkorb hebt.

Als Eselsbrücke hilft Ihnen die 4-6-8 Regel. Atmen Sie langsam und tief ein und zählen Sie dabei bis vier. Halten Sie die Luft an und zählen Sie weiter bis sechs. Atmen Sie langsam durch den Mund aus und zählen Sie bis acht. Nach ein wenig Übung können Sie auf die Hand verzichten.

„Leben ist das Einatmen der Zukunft.“ Pierre Leroux

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