Projekte für Azubis – Was müssen Sie beachten?

Auszubildenden sollen die Inhalte des Ausbildungsrahmenplans vermittelt werden, im Unternehmen mithelfen, die Berufsschule besuchen und auch zum Teil noch Urlaubs- und Krankheitsvertretungen übernehmen. Wie passen da noch Projekte in den Zeitplan? Projekte haben viele positive Effekte für die Ausbildung, neben der Förderung der Selbstständigkeit und der Motivation kann je nach Projekt auch an weiteren SoftSkills gearbeitet werden.

Mit Projekten fördern Sie die Selbstständigkeit Ihrer Auszubildenden, geben ihnen Gelegenheit, die aktuell vorhandenen Kenntnisse auszuprobieren und die Azubis können sich selbst beweisen. Meist sind sie dann auch mit viel größerer Motivation bei der Sache. Wichtig ist aber eine enge Begleitung, zumindest bei den ersten Projekten. Später können Sie Ihre Auszubildenden auch mehr und mehr „von der Leine lassen“, bis Sie irgendwann nur noch am Ende die Ergebnisse zu sehen bekommen. Alternativ können Sie mit Ihren Auszubildenden auch immer noch Meilensteine vereinbaren, zu denen sie Rücksprache mit Ihnen halten müssen. Wichtig ist, dass Sie die Auszubildenden mit den Projekten weder über- noch unterfordern. Wählen Sie Projekte aus, die zum aktuellen Kenntnisstand der Azubis passen. Schön ist auch eine Abwechslung zwischen Projekten, die Ihr Auszubildender alleine bearbeiten kann und Aufgaben, die er im Team, z. B. mit anderen Azubis, löst. Sie können zum Beispiel Projekte auswählen, die in die aktuelle Abteilung des Auszubildenden passen.

Wichtig ist bei Projekten für Ihre Auszubildenden vor allen Dingen, dass diese zwar Anforderungen stellen und Ihre Azubis aus der „Komfort-Zone“ hervorholen (es soll ja auch etwas Besonderes sein, eine kleine Herausforderung), Ihre Auszubildenden aber keinesfalls überfordern. Eine Überforderung würde schnell zu Demotivation führen – genau das Gegenteil von dem, was Sie mit Ihren Projekten erreichen wollen. Sie kennen Ihre Auszubildenden, wählen Sie die Projekte passend nach dem jeweiligen Kenntnisstand und den individuellen Interessen und Fähigkeiten der Auszubildenden aus. Wenn Sie Ihre Azubis außerdem während des Projekts eng begleiten, werden Sie sofort merken, ob eine Über- oder Unterforderung vorliegt und können eventuell noch etwas an den Stellschrauben drehen. Nachdem Ihre Auszubildenden die ersten eigenen Projekte bewältigt haben können Sie auch besser einschätzen, inwieweit Ihre Azubis Hilfe benötigen, ob regelmäßige Zwischengespräche (Meilensteine/Teilziele) erforderlich sind oder ob das Projekt weitgehend selbstständig bearbeitet werden kann und Sie nur für Rückfragen im Hintergrund bleiben Natürlich sollten Ihre Auszubildenden stets einen Ansprechpartner haben, falls es Fragen gibt, sie sich mit dem Projekt doch überfordert fühlen oder falls einmal etwas nicht so läuft wie es sollte. Wenn ein größeres Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde, feiern Sie dies mit Ihren Auszubildenden. Besondere Leistungen sollten auch besonders honoriert werden. Loben Sie Ihre Azubis und lassen Sie (nur bei sehr großen Projekten) sie eventuell eine kleine „Projekt-Abschlussfeier“ ausrichten. Wenn über mehrere Wochen intensiv und mit gutem Ergebnis daran gearbeitet wurde, ist dies auch mal eine Flasche Sekt oder eine Runde Kuchen für alle wert. Auch das sind wichtige Faktoren für die Motivation Ihrer Auszubildenden, sie sollen merken, dass ihre Leistungen auch anerkannt werden.

Sprechen Sie nach Abschluss mit Ihren Auszubildenden:

  • Wie war die Projektphase für Sie?
  • War es (zu) anstrengend?
  • Wie sind Sie mit den Herausforderungen umgegangen?
  • Würden Sie gerne nochmals ein Projekt übernehmen?
  • Was würden Sie genauso und was anders machen?
  • Haben Sie genügend Hilfe erhalten?

Geben auch Sie ein ausführliches Feedback zu Ihren Beobachtungen: Was ist gut gelaufen? Was könnten die Auszubildenden das nächste Mal verbessern? Loben Sie Ihre Azubis (das kann man kaum oft genug machen – die meisten Auszubildenden geben an, viel zu selten bis gar nicht gelobt zu werden). Das heißt nicht, dass Sie jede Kleinigkeit loben sollen, aber jeden Entwicklungsschritt, jede Verbesserung und natürlich den erfolgreichen Abschluss eines Projekts. Ziehen Sie auch für sich selbst Resümee. Was würden Sie beim nächsten Projekt verändern? Mehr Zwischenziele oder weniger, eventuell mehr Hilfestellung am Anfang? Vermerken Sie sich Ihre Erkenntnisse für das nächste Mal, wenn Sie einen Auszubildenden mit diesem oder einem ähnlichen Projekt betrauen möchten.

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