Grundlagen der Kommunikation

„Gesagt ist nicht gehört. Gehört ist nicht verstanden. Verstanden heißt nicht begriffen, und begriffen heißt noch lange nicht einverstanden.“

(Lohr & Pramann, zit. in Hintermann 2008)

 

Kennen Sie das Problem auch: Sie dachten es verständlich erklärt zu haben, aber Ihr gegenüber versteht nur Bahnhof? Oder Sie versuchen ein Argument zu verstehen, merken allerdings, dass Sie den Gedankengängen einfach nicht folgen können? Gar kein Wunder! Denn unsere tägliche Kommunikation läuft äußerst kompliziert und komplex ab.

Bereits das Senden und Empfangen von Botschaften an sich ist ein recht komplizierter Prozess, auch wenn er unter optimalen Bedingungen stattfindet. Das liegt vor allem daran, dass Kommunikation im Gegensatz zur Informationsvermittlung nicht einseitig verläuft, sondern als „wechselseitige(r) Beeinflussungsvorgang“ zu verstehen ist.

Dieser Vorgang beinhaltet (1.) das Codieren, (2.) das Decodieren und (3.) die Rückmeldung.

 

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Codieren

Sendende verschlüsseln ihre Gefühle, Gedanken und Absichten in eine, wie sie meinen, geeignete Sprache. Dies ist bereits ein störungsanfälliger Aspekt der Kommunikation, bei dem immer auch Auswahl stattfindet: Was wird übersetzt und was nicht? Und welcher „Inhalt“ wird in welche „Form“ übersetzt? Übermitteln können Sendende zum einen nur das, wofür sie Codierungsmöglichkeiten besitzen. Zum anderen können sie nur das in Worte fassen, was ihnen selbst klar ist „Ich kann nur klar sagen, was ich meine, wenn mir das selbst klar ist.“

 

Decodieren

Empfangende wiederum müssen die gesendete Nachricht entschlüsseln. Dabei verbinden sie die Äußerung „mit eigener Bedeutung, eigenen Bildern, Assoziationen und Erleben“. Häufig geschieht auch dies nicht vollständig, sondern auszugsweise. Bestimmte Aspekte werden deutlich gehört und (über-)bewertet, andere dagegen werden überhört. So werden manche Teile einer Nachricht einfach weggelassen, andere verkürzt, wieder andere uminterpretiert etc. Damit werden sowohl das Codieren als auch das Decodieren zu einem selektiven Prozess, der auf individuellen wie kollektiven Vor-Erfahrungen und Vor-Formungen basiert. Das bedeutet, dass die Nachrichten immer in ihrem Kontext (z.B. Beruflicher oder privater Kontext, Vereinsleben, Religionsgruppen etc.) angeschaut werden muss.

 

Der Kommunikationsprozess ist also vielschichtig. Vom Gesagten über das Gehörte bis hin zur Akzeptanz oder gar einem Einverständnis ist es ein weiter Weg. Nicht selten wird anstatt einer Klärung ein Teufelskreis des Missverstehens in Gang gesetzt. So manches Mal sind dann zum Schluss sprichwörtlich „alle Klarheiten beseitigt“. Denken Sie also beim nächsten Mal an Ihre Codierung und an die mögliche Decodierung des Gesagten und versuchen Sie die Rückmeldung nicht als persönliche Beleidigung oder Provokation des Gegenübers zu verstehen. So kommen wir dem erfolgreichen „miteinander sprechen“ sehr viel näher.

 

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