6 Wörter, die Sie nicht voranbringen – Teil 2

Nachdem wir uns vor 14 Tagen mit den kleinen Wörtchen „Man“ und „Vielleicht“ auseinander gesetzt haben (falls Sie diesen Beitrag verpasst haben, können Sie ihn HIER nachlesen), kommen wir heute zu den restlichen vier Wörtern, die es zu vermeiden gilt, um voranzukommen:

  1. „Eigentlich“

Das Wort eigentlich schwächt die eigene Wirksamkeit deutlich ab. Es lässt ein „Hintertürchen“ offen, damit wir uns aus einer Verbindlichkeit herausschwindeln können. Somit ist „eigentlich“ nicht mehr als ein Platzhalter für Ausreden. Nach außen erscheinen wir damit unverbindlich und wenig glaubwürdig. Kleines Beispiel: Was würde denn Ihr Azubi den Satz: „Eigentlich war der erste Versuch nicht schlecht…“ auffassen? Man wartet ständig auf ein „Aber“, welches die getroffene Aussage relativiert. Eine sehr erfolgreiche Geschäftsführerin eines 5-Sterne Hotels sagte einst zu mir: „Frau Werner, streichen Sie „eigentlich“ aus Ihrem Wortschatz, denn es sagt weder etwas aus noch bekräftigen Sie Ihre Aussage damit – ganz im Gegenteil!“ Dies machte mich nachdenklich, sie hatte Recht.

  1. „Könnte, Würde, Sollte…“

Was haben diese drei Wörter gemeinsam? Richtig, sie stehen im Konjunktiv und werden gern für Höflichkeitsfloskeln benutzt. Wir sprechen in unserer deutschen Sprache liebend gerne im Konjunktiv. Es wirkt so angenehm unverbindlich und schützt uns zugleich davor, nicht als unhöflich abgestempelt zu werden. Wie verbindlich wirkt auf Sie der Satz „Wir könnten morgen mit dem Ablagesystem beginnen.“? Und alternativ dazu „Lass uns morgen mit dem Ablagesystem beginnen.“? Die erste Aussage drückt nur eine Möglichkeit aus. Die zweite hingegen eine klare Handlungsaufforderung. Und um es noch drastischer zu verdeutlichen: „Könntest du morgen bitte pünktlich kommen?“

  1. „Versuchen“

Wer nur „versucht“ lässt sich erneut ein Hintertürchen fürs Scheitern offen. Wenn wir nur von „versuchen“ sprechen, dann glauben wir, im Falle des Scheiterns keine Rechenschaft ablegen zu müssen. Ganz nach dem Motto: Ich habe ja nichts versprochen. Die Alternative zum Ausdruck „ich versuche es“ lautet übrigens: „Ich mache es!“ Das sind die Glaubenssätze der sogenannten „Macher“.

  1. „Müssen“

Als Kind hörten viele von uns immer wieder das Wort „müssen“. „Du musst deine Hausaufgaben machen, du musst jetzt essen, du musst die Zähne putzen, etc.“ Nicht selten haben wir uns innerlich gegen dieses „müssen“ gewehrt oder gar rebelliert. Es ist daher wenig verwunderlich, wenn wir im Erwachsenenalter beim Wort „müssen“ negative Gefühle haben und eine Abneigung zu der damit verbundenen Handlungsaufforderung zeigen. Viel besser ist es zu sagen, ich „darf“ etwas tun. Etwas zu dürfen ist ein Privileg und hat zur Folge, dass wir an die Aufgaben völlig anders herangehen.

 

Sie sehen also: eine gute Mischung aus Tipps für Ihre persönliche Herangehensweise und die Art und Weise des Denkens, was bekanntlich enorm zu unserer eigenen Glückseligkeit und Erfolg beiträgt, und gleichermaßen Tipps für den Umgang mit Ihren Auszubildenden. Kleine Wörtchen, die im Alltag jedoch einen großen Unterschied machen. Probieren Sie es aus. Machen Sie sich „Wochenaufgaben“ und starten Sie mit Aufgabe eins: „Ich vermeide ganz aktiv das Wort eigentlich.“ Versuchen Sie darüber zu reflektieren, ob es Ihnen schwer gefallen ist und, ob Sie eventuell schon Auswirkungen zu spüren bekommen. Falls Sie sich sicher fühlen, spricht nichts dagegen Ihr neu erworbenes Wissen über diese sechs „Veränderungs-Killer“ an Ihre Azubis weiterzugeben. Denn auch sie möchten vorankommen.

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