10 Ideen, Anregungen, Erkenntnisse und mehr für Ausbilder – frisch vom DALK

Heute mal ein etwas anderer Blogartikel: Kein Fachartikel sondern ein Insiderbericht vom Deutschen Ausbildungsleiterkongress 2016 (DALK). Wir waren vor Ort und haben hier 10 Ideen und Anregungen, interessante Fakten und Erkenntnisse für Sie zusammengefasst:

  1. Die heutige Jugend ist auch nicht schlimmer als die Jugend vor 2500 Jahren. Denn schon Sokrates meinte ca. 400 v. Chr. dass mit der damaligen Jugend die Welt zugrunde gehen müsste: „Die Jugend hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt wo sie arbeiten sollte.“ Na, kommt Ihnen das bekannt vor?
  2. Idee: Lassen Sie Ihre Azubis eine „Pflegeanleitung“ für sich schreiben, ähnlich der Anleitung bei Pflanzen. Statt „verträgt wenig Sonne“ und „Regelmäßig gießen“ steht auf deren Post-its aber dann, was ihnen wichtig ist, z. B. „Bitte regelmäßig loben“, „bitte sanft kritisieren“, oder „bitte möglichst selbstständig arbeiten lassen“. So kann der Azubi einfach ausdrücken was ihm wichtig ist – schließlich ist jeder Mensch anders. Und Sie als Ausbilder können – soweit möglich – darauf Rücksicht nehmen.
  3. Von 2005 bis 2015 sind die Zahlen der Schulabgänger um 100.000 Schüler gesunken (2005: 940.000 Schulabgänger, 2015 nur noch 840.000). In 2025 werden es nur noch 710.000 Schulabgänger sein. Das heißt uns fehlen jedes Jahr über 200.000 Jugendliche am Arbeitsmarkt im Vergleich zu 2005.
  4. Halten Sie Kontakt mit Ihrem Azubi in der Zeit zwischen Vertragsunterschrift und Ausbildungsbeginn (Geburtstags- und Weihnachtskarte, Anruf, etc.). Denken Sie daran Ihre Azubis zum Ausbildungsstart angemessen zu begrüßen und direkt von Anfang an auf Beziehungsaufbau zu setzen. Hierzu können Sie sich auch gerne unsere Checkliste zum Ausbildungsstart kostenlos herunterladen.
  5. Man muss im Azubi-Recruiting nicht zwangsläufig auf Social Media setzen wenn es schwieriger wird Azubis zu gewinnen. Auch andere Strategien können durchaus erfolgsversprechend sein. Wichtig ist hierbei jeweils ein durchdachtes Konzept und kein Aktionismus aus dem Bauch heraus. Auch Guerilla-Marketing kann eine Lösung sein, muss aber sehr genau durchdacht sein um nicht in einem Flop zu enden.
  6. Körpersprache ist wichtig, man glaubt der Gestik und Mimik mehr, als dem gesprochenen Wort. Und wenn Beides nicht übereinstimmt wirkt der Gegenüber unglaubwürdig. Durch einen leicht schräg gelegten Kopf und das Spiegeln des Gegenübers kann der Ausbilder Vertrauen erzeugen und Sympathie aufbauen. Den Konfrontationskurs (direkt gerade gegenüber stellen, Kopf gerade, etc.) gilt es jedoch zu vermeiden für ein konstruktives Gespräch.
  7. Mit der richtigen Motivation kann man fast jedes Ziel erreichen. Wichtig hierfür ist das „Warum?“. Umgedreht ist es ohne Motivation nahezu unmöglich, einem Azubi etwas beizubringen.
  8. Bieten Sie Ihren Azubis / Mitarbeitern Sicherheit: Wenn sie sich keine Gedanken machen müssen um die Sicherheit ihres Jobs (Übernahme nach der Ausbildung) können sie sich viel besser auf die Arbeit konzentrieren. Sorgen / Ängste belasten den Mitarbeiter hingegen sehr und können die Konzentration stark beeinflussen. Daher tun Sie das was in Ihrer Macht steht um Ihren Azubis Sorgen und Nöte abzunehmen, bzw. sie dabei zu unterstützen. Eine Möglichkeit hierfür sind die Ansprechpartner von AzubiScout oder Sie können eine „Kümmer-Hotline“ für Ihre Mitarbeiter einrichten, dies gibt es bereits von mehreren Anbietern.
  9. Würdigen Sie als Ausbilder bzw. Ausbildungsleiter die Arbeit der Ausbildungsbeauftragten in der Abteilung. Ohne deren Engagement wäre es Ihnen nicht möglich Ihren Job gut auszuführen. Denken Sie daher daran ihnen Ihre Wertschätzung auszudrücken: Nehmen Sie sich Zeit für Gespräche, denken Sie daran zu loben und bereiten Sie die Mitarbeiter sinnvoll auf diese Tätigkeit vor (z. B. AEVO-Lehrgang). Denken Sie auch an regelmäßige Fortbildung Ihrer Ausbildungsbeauftragten (wünschen sich laut Umfragen die allermeisten Ausbildungsbeauftragten).
  10. Die letzte Erkenntnis stammt von der Moderatorin des Kongresses, Nina Ruge, und ist ihr viel gerühmter Satz: „Alles wird gut“. In diesem Sinne allen Ausbildern weiterhin viel Erfolg – wir freuen uns auf den nächsten Ausbildungsleiterkongress im November 2017.
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